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Jagdmesser: Douk-Douk und Mercator

Das Douk-Douk und das Mercator-Messer sind keine Jagdmesser im engeren Sinne, sondern flache Klappmesser aus Kohlenstoffstahl. Dennoch habe ich fast immer eines von beiden auf der Jagd dabei. Die beiden Messer sind sich nicht nur im Hinblick auf den Klingenstahl und die Größe sehr ähnlich, sondern auch wegen ihrer Entstehungsgeschichte und geradezu ikonischen Bedeutung in ihren Heimatländern.

Das Mercator- oder "Kaiser Wilhelm Messer" wird seit 1995 von der Firma "Otter Messer" auf Originalmaschinen in Solingen hergestellt. Erfunden wurde es jedoch lange vor dem Ersten Weltkrieg: Ab 1867 wurde es von der Firma Heinrich Kaufmann & Söhne Indiawerk hergestellt.
Obwohl es nie offiziell an das kaiserliche Heer oder die Wehrmacht ausgegeben wurde, ist es aus dem Alltagsgebrauch dieser Streitkräfte nicht wegzudenken (deshalb auch der Spitzname). International bekannt wurde es schließlich als Kriegsbeute amerikanischer Soldaten nach 1945.

Einer der Erfolgsfaktoren ist der Preis und auch heute noch ist das kleine Mercator-Messer für um die 30 Euro zu haben. Ein anderer ist die legendäre Robustheit. Ich selbst habe seit über 10 Jahren drei oder vier der selben Mercator-Messer im Einsatz. Man kann sie sehr leicht sehr scharf bekommen.




Das Messer ist durch seine Bauart als flacher Metallkasten sehr stabil und unauffällig und kaum störend in der Kosentasche zu tragen. Die Klinge des Mercator-Messers ist feststellbar. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zum französischen Douk-Douk.

Dieses Messer wird seit 1929 von der Firma Cognet, Antoine & Gaspard in Thiers, Frankreich hergestellt. Gedacht war es u.a. als preiswertes Arbeitsmesser in den französischen Kolonien. Zunächst erschien das Messer mit einem melanesischen Geist ("Douk Douk") auf dem Metallkasten, dann folgten Versionen mit anderen Götzenbildern für die Kolonien in Subsahara Afrika ("Tiki") und in Algerien ("El Baraka").
Die Klinge wird zwar von einer starken Feder gehalten, ist aber nicht feststellbar.




Das Douk-Douk wurde zu Tausenden als Arbeitsmesser in den Kolonien geführt und dadaurch sowohl von französischen Soldaten und Fremdenlegionären verwendet, als auch von ihren Gegnern. Es soll im Algerienkrieg eine unrühmliche Rolle bei Folterungen und Morden beider Seiten gespielt haben. Heute stellt das Messer eine Alternative zu einem Messer mit stehender oder feststellbarer Klinge in Ländern da, wo solche Messer nicht geführt werden dürfen.
Das Douk-Douk ist für um die 22 Euro zu bekommen. In einer Version, die an traditionelle korsische Messer angelehnt ist, gibt es das Messer für um die 30 Euro.




Der niedrige Preis (der es verschmerzbar erscheinen läßt, wenn ein Messer verloren geht), das geringe Gewicht (und damit die gute Führbarkeit) und schließlich auch die Möglichkeit, die beiden Messer mit einfachen Mitteln sehr scharf zu bekommen, sind ausschlaggebend dafür, dass sie mich auf vielen Reisen begleitet haben - auch als Beimesser zu einem großen Survivalmesser.